Für wen ist eine
Musiktherapie geeignet?

Musiktherapeutische Überlegungen für alle

1. Ziele der Musiktherapie:

  • Wachstum und Kreativität fördern
  • Not wenden
  • Spieltrieb fördern und Neues gestalten
  • Experimentierfeld für neue Erfahrungen
  • Starke Seiten der Persönlichkeit hervorheben
  • Bewußtmachung verschütteter Probleme, mit dem Ziel des besseren Umgangs
  • Einleitung regressiver Prozesse mit dem Ziel, Traumata aus vorsprachlicher Zeit wiederzubeleben und zu bearbeiten
  • kognitive und körperliche Funktionen verbessern
  • in das soziale Leben zu integrieren

2. Die besondere Qualität des Mediums Musik:

Der Mensch ist ein Wesen, welches in der Zeit lebt und erfährt in ihr Momente der Spannung und Entspannung, der Antizipation, der Hoffnung und der Erinnerung. Dieselben Momente findet man in der Musik wieder. Musikalische Phänomene wie Konsonanz / Dissonanz, Dur / Moll und Kombinationen von melodischen und rhythmischen Elementen korrespondieren mit verschiedenen Formen von Unzufriedenheit, Befriedigung, Munterkeit und Traurigkeit beim Menschen. Ebenso findet man analoge Kommunikation und Interaktionsprozesse in der musikalischen Improvisation wieder. Selbst manche Redensarten wie "ich bin nicht in Stimmung", oder "das ist taktlos" oder einer ist nicht im Rhythmus verweisen auf den engen Zusammenhang seelischer und musikalischer Befindlichkeit. Musikalisch - psychische Eindrücke erreichen unmittelbar die Gefühlsräume, woraus sie auch unmittelbar wieder ausfließen können.

3. Warum wirkt Musik (-therapie)?

Da sich Musiktherapie des Mediums Musik bedient hat sie - im Gegensatz zu anderen Therapien - einen fundamentalen Vorteil: sie erreicht den Menschen auf einer sehr, sehr frühen Ebene. Die ersten Sinneswahrnehmungen in der pränatalen Zeit sind die der Musik: der Embryo hört bis zur Geburt 27 Millionen mal den Herzschlag der Mutter, hört die Geräusche der Blutbahn, die der Gedärme und wenig später die Laute der Außenwelt. Auch in der peri - und postnatalen Zeit erfährt das Baby Wärme, Verläßlichkeit und vor allem Kommunikation durch Musik (singen, lallen, brabbeln...) Sie ist also, lange bevor die Sprache erlernt wird, die erste Form des Dialogs.